Zur Umsetzung stellt die Stadt Köln der Initiative einen zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt über die Produktgruppe Allgemeine Finanzwirtschaft aus Mehreinnahmen der Kulturförderabgabe. Zusätzlich wird die Verwaltung beauftragt, Gespräche mit dem Land Nordrhein-Westfalen zu führen, um eine Kofinanzierung zu erreichen.
Maria Helmis-Arend, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion Köln, erklärt: „Die Ausstellung ist keineswegs ein Ersatz für das geplante Mahnmal. Es geht ausdrücklich nicht um ein Entweder-oder. Das Mahnmal ist dringend notwendig als dauerhafter Ort des Erinnerns im öffentlichen Raum. Die Ausstellung ist zugleich ein realer Erfahrungsraum politisch-historischer Bildungsarbeit. Beides gehört zusammen und beides ist notwendig.“
Die Ausstellung vermittelt die Perspektiven der Betroffenen des rechtsextremistischen Nagelbombenanschlags in der Keupstraße und verbindet diese mit der gesellschaftlichen Frage nach der Aufarbeitung rechter Gewalt. Dabei wird auch sichtbar, dass die Betroffenen über Jahre hinweg nicht geschützt, sondern verdächtigt wurden. Genau diese Verbindung macht den besonderen demokratiepädagogischen Wert der Ausstellung aus.
Helmis-Arend weiter: „Die Ausstellung wirkt weit über den konkreten Ort hinaus. Sie verbindet Erinnerung mit Aufklärung, Betroffenenperspektiven mit gesellschaftlicher Verantwortung und leistet einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Diese Wirkung reicht in Schulen, in die Stadtgesellschaft und weit darüber hinaus.“
Mit dem Auslaufen der bisherigen Bundes- und Stiftungsmittel drohte der Ausstellung das Ende. Der Ratsbeschluss stellt nun klar, dass die Stadt Köln Verantwortung übernimmt und die kontinuierliche Arbeit der Initiative absichert.
„Die Initiative ‚Keupstraße ist überall‘ leistet seit Jahren eine Arbeit, die wir als Staat nicht nur würdigen, sondern verlässlich absichern müssen. Das ist mehr als eine Finanzfrage. Es ist eine Frage, wie diese Stadt mit ihrer eigenen Geschichte umgeht und welche Lehren sie daraus zieht“, so Helmis-Arend abschließend.
Die SPD-Fraktion betont, dass Erinnerungskultur, Aufarbeitung rechter Gewalt und demokratische Bildungsarbeit zentrale Aufgaben der Stadt Köln bleiben. Die Sicherung der Ausstellung ist ein deutliches Signal für eine verantwortungsvolle und selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.
Den Antrag im Wortlaut finden Sie hier: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=1076291&type=do
